Sprengel Hanau - „MeMeMe-Generation“: Sie suchen Sinn in Beruf und Kirche

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Am 31. Oktober ist Reformationstag. In diesem Jahr ist er in ganz Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. Deutschland feiert das 500jährige Jubiläum der Reformation!

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„Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“ Mit diesen Worten trösteten sich viele Menschen nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Und in der Tat:

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Tageslosung

Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott.
Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

 

 

„MeMeMe-Generation“: Sie suchen Sinn in Beruf und Kirche
AAAnderer Gottesdienst in der Kreuzkirche beschäftigt sich mit „Generation Y“
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Fotos (Malte Bürger)

Man nennt sie Generation Y, Millenials oder MeMeMe-Generation. Es sind die Geburtsjahrgänge 1985-2000. Sie schlafen abends mit dem Handy in der Hand ein, morgens wachen sie damit auf. Wie sie sich ihren Beruf vorstellen, was für sie Glaube und Kirche bedeuten, das hat Pfarrer Stefan Bürger im AAAnderen Gottesdienst (Ausschlafen – Aufatmen – Aufeinander zugehen) in der Evangelischen Kreuzkirche Fulda zum Thema gemacht.

Natürlich gibt es sie nicht in Reinform, die Generation Y, aber die derzeit 18-33-Jährigen zeigen doch erstaunlich viele Gemeinsamkeiten in ihrem Denken und Glauben. „Spontan dachte ich, ich schreibe mal alle dieser Altersgruppe an, um nicht nur über sie, sondern mit ihnen zu reden, sie einzubeziehen und auf sie zu hören. Als ich merkte, dass das in der Kreuzkirchengemeinde fast 500 Personen sind, sie also rund 20% der Gemeinde ausmachen, verwarf ich das wieder“, erzählt Pfarrer Stefan Bürger in der gut besetzten Kirche in Fulda-Neuenberg. Vorher hatte Guido Fröhlich in der Gottesdienstmoderation verschiedene andere Generationen vorgestellt.

 

Chris – ein fiktiver Ypsiloner

Bürger stellt der Gemeinde einen fiktiven Ypsiloner vor, nennt ihn Chris. Seine Berufswünsche sind ihm nach Beendigung der Schullaufbahn unklar. Überhaupt wird er nicht mehr diesen einlinigen Lebenslauf haben, wie noch seine Eltern und Großeltern. Er weiß, Bildung, Auslandserfahrung, Hereinschnuppern in viele Bereiche lassen ihn reifen. Er ist mit Krisen aufgewachsen, wie der Finanzkrise, Fukushima und dem Anschlag in New York am 11. September. In Krisen muss er bestehen, seinen Mann stehen. Manche nennen diese Generation „Egotaktiker“, „MeMeMe-Generation“, „MyPod“, weil sie genau schauen, was für sie gut ist und wie sie sich verwirklichen können. Im Beruf sind sie hochengagiert. Natürlich muss die Arbeit familienkompatibel sein. Sie sprechen aber weniger von Work-Life-Balance. Chris und seine Generation wollen nicht arbeiten um zu leben, sondern beim Arbeiten leben. Die Arbeit muss sie ausfüllen. Hierarchien hassen sie. Mitbestimmung, Loungemöbel an der Arbeit als Symbole für kreatives Miteinanderarbeiten reizen sie. Können sie sich nicht verwirklich, gehen sie. Ihre Generation ist nicht so groß wie die Babyboomer und von daher gesucht. 

Nicht „Was glaube ich?“, sondern „Wie glaube ich?“

Wollen sie in der Arbeit schon Sinn finden, gilt das noch mehr für die Kirche. Mit Institutionen haben sie ihre Probleme, selbstgefällige Behörden und Macht in Kirchenetagen lehnen sie ab. „Leider bringt nur jeder Zehnte der Generation Kirche mit Gemeinschaft in Verbindung“, beschreibt Bürger das Dilemma. Wenn sie mitentscheiden können, mitgestalten, fühlen sie sich wohl. Sie bleiben aber nur so lange, wie es für sie spannend ist. Kirchenvorstandsperioden für sechs Jahre passen nicht zu ihnen, eher Projekte. Die Ypsiloner erfreuen sich an Vielfalt, lieben die Jesper Juulsche ‚Gleichwürdigkeit‘ im Gegensatz zu Machtgefällen. Unbeweglichkeit und erstarrte Strukturen erschrecken die Millenials.

Rund 26% glauben nach Umfragen noch an einen persönlichen Gott, 21% an eine göttliche Macht, 24% wissen nicht so recht und lediglich 27% glauben nicht. „Ich sehe in dieser Generation Potential. Spannend ist, dass sie oft nicht mehr fragen: ‚Was glaube ich?‘, sondern mehr ‚Wie glaube ich?‘ Glaube will für sie individuell erlebbar sein, subjektiv nachempfunden und für die eigene Lebenssituation buchstäblich Sinn machen“, erklärt der Pfarrer.

Zwar habe Bürger die Millenials nun nicht speziell eingeladen, macht im Gottesdienst aber doch ein Angebot, das sie und nicht nur sie sicherlich gern angenommen hätten. Am Ende des Gottesdienstes bietet er eine Einzelsegnung an, in der Menschen persönlich unter Handauflegung Gottes Mitgehen zugesprochen bekommen. Nicht nur für die Ypsiloner wichtig: Glaube individuell nacherleben.

 

Spender gesucht: Seit September neue Jugendreferentinnen

Der AAAndere Gottesdienst wurde musikalisch von der Kreuzkirchenband begleitet. Parallel feierten Kinder im Alter von 3-12 Jahren ihren eigenen Kindergottesdienst. Im Anschluss begegnete man sich bei einem Mittagsbuffet. Erstmals im Gottesdienst dabei waren auch die neuen Jugendreferentinnen, Julia Nöthel und Christina Hufeisen, die seit 1.9.2018 Dienst in der Kreuzkirche tun und deren Stellen über Spenden finanziert werden müssen. „Beide gehören ja altersmäßig zu dieser Generation. Sie können noch einmal auf eine andere Art und Weise junge und auch andere Menschen ansprechen. Von dieser Arbeit verspreche ich mir viel Segen und gemeinsame Glaubenserfahrung“, sagt der Pfarrer. Der Gemeinde werden sie am Erntedankfest (mit parallelem Kindergottesdienst), 30.9.2018, um 10 Uhr vorgestellt.

Die Predigt erscheint als Audio-Datei in Kürze in der Predigtdatenbank auf der Homepage. (www.kreuzkirche-fulda.de)

 

Fotos (Malte Bürger)

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